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Geschlechterreflektierte Jungen*arbeit und Abenteuerpädagogik

In ihren Peer-Groups, Familien aber auch in Schulen und Vereinen sehen sich Jungen* mit teils widersprüchlichen tradierten oder modernen Männlichkeitsanforderungen konfrontiert.

Zielgruppe: Soziale und pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte, Trainer*innen und Berater*innen

Für Sie konzipiert: Möglicherweise haben Sie schon Erfahrungen in diesem Feld. Vielleicht möchten Sie sich das Thema neu erschließen. Wir berücksichtgen Ihre Vorerfahrungen und Bedarfe und konzipieren die Inhouse Veranstaltung genauso, wie Sie zu Ihnen passt.

Welche Haltung wir dabei einnehmen und welche Inhalte Sie erwarten können, entnehmen Sie bitte dem unten stehenden Text. Wir freuen uns auf Ihr Interesse. Kontaktieren Sie uns gerne. 

Anfrage

Männlich gelesene Jugendliche stellen nach wie vor die größte Besuchergruppe in der offenen und aufsuchenden Jugendarbeit dar. Sie bewegen sich schon in frühen Jahren selbstständig im Sozialraum und besetzen häufig in Kleinst- bis Großgruppen öffentliche Räume.

Demgegenüber steht, dass Jungen* es augenscheinlich schwerer fällt, Beziehungsangebote der Sozialen Arbeit anzunehmen und sich auf Beratungs- und Unterstützungsangebote einzulassen. Gleichzeitig sind Jungen* nach wie vor in besonderem Maße von prekären Lebenssituationen bedroht: Sie sind häufiger als Mädchen* Täter und Opfer von (körperlicher) Gewalt und Drogen und erreichen im Vergleich niedrigere Bildungsniveaus.
In ihren Peer-Groups, Familien aber auch Schulen und Vereinen sehen sich Jungen* teils widersprüchlichen tradierten und modernen Männlichkeitsanforderungen konfrontiert. Sie sollen stark und belastbar sein, gleichzeitig fürsorglich und verantwortungsbewusst im Umgang mit ihren männlichen Privilegien in einer diversen und offenen Gesellschaft agieren.

Abenteuer und Natur können besondere Potenziale der Jugendlichen sichtbar machen und zur Reflexion anregen, da sie Bewegungserfahrungen, das Lernen an realen Herausforderungen und Räume für Entlastung und Entschleunigung ermöglichen und eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, Solidaritätskompetenzen und Fürsorglichkeit im Kontext von Gruppenprozessen, sowie Freiraum für Gestaltung und das Ausprobieren alternativer Verhaltensweisen fördern.

Der bsj Marburg setzt seit fast 40 Jahren erlebnis- und abenteuerpädagogischer Methoden in der Offenen Jugendarbeit, Gemeinwesenarbeit und Schulsozialarbeit um und nutzt ein breites Repertoire wissenschaftlich fundierter Ansätze in genderspezifischen und koedukativen Angeboten.

Diese Fachtagung/Fortbildung richtet sich u.a. an pädagogische Fachkräfte der Schulsozialarbeit, Offenen Kinder und Jugendarbeit, Jugendberufshilfe und stationärer Jugendhilfe.
Inhalte der Fortbildung können sein:

  • Kennenlernen von Methoden geschlechterreflektierter Jungen*arbeit
  • Ausprobieren von abenteuerpädagogischen Zugängen und Angeboten
  • Auseinandersetzung mit traditionellen Rollenbildern und Männlichkeitsanforderungen
  • Selbstreflexion und pädagogische Haltung im Kontakt mit Jugendlichen
  • Sensibilisierung der Sprache in pädagogischen Kontexten

Mögliche Titel Ihrer Inhouseveranstaltung:

  • Abenteuerreise – kritisches Aufwachsen als Junge*
  • Jugendclub = Jungenclub – Wie können geschlechterreflektierte Ansätze in der Offenen Jugendarbeit gelingen?
  • Harte Schale, weicher Kern? Wir müssen reden!
  • Wann ist der Mann ein Mann? Welche Männlichkeitsbilder trage ich in mir?
  • Unter uns: Jungenfreizeiten geschlechterreflektiert gestalten

Jungen*: Mit dieser Schreibweise inkludieren wir alle männlich gelesenen Jugendlichen und alle Jugendlichen, die sich selbst männlich definieren.